4.3 Benennung
4.3 Benennung
 
 

4.3 Benennung

Was du in diesem Video lernst 

  • Warum eine saubere Benennung (Nomenklatur) bei vielen ESPHome-Geräten später extrem viel Zeit spart.

  • Ein praktikables Benennungsschema: Ort (Raum) → Funktion → Variante/Nummer (z. B. studio_präsenzmelder_pro_02).

  • Unterschied zwischen ESPHome “name” (Hostname/mDNS) und Friendly Name – und warum du den “name” möglichst nicht im laufenden Betrieb änderst.

  • Welche Regeln für ESPHome-Namen gelten: kleinbuchstaben, keine Sonderzeichen, Bindestriche/Unterstriche (ESPHome normalisiert das).

  • Wie du Geräte physisch labelst (Klebeband + Stift), damit du Hardware am Tisch/Schrank sofort zuordnen kannst.

  • Wie du in ESPHome OTA updatest, wenn du nur den Friendly Name änderst.

  • Warum eine “harte Umbenennung” (ESPHome-Name/Hostname ändern) dazu führt, dass Home Assistant das als neues Gerät behandelt.

  • Was bei harter Umbenennung zusätzlich passiert: Automationen, Dashboards, Entitäten können brechen → du musst ggf. neu anlernen/zuordnen.

  • Wie du im Notfall ein bestehendes Projekt richtig umbenennst: Projekt kopieren, Hostname renamen, altes Gerät löschen, neu flashen.

  • Was beim Board-Tausch wichtig ist: gleicher Boardtyp empfohlen, MAC-Adresse ändert sich → meist neu flashen + ggf. Integration neu konfigurieren.


Schritt 1: Entscheide dich für ein fixes Benennungsschema

Empfehlung:

  • Ort/Raum (z. B. studio, wohnzimmer, schlafzimmer)

  • Funktion (z. B. praesenzmelder, temp, co2, licht)

  • Variante/Nummer (z. B. pro_02, 01, decke)

Beispiele:

  • studio_praesenzmelder_pro_02

  • wohnzimmer_decke_rgb_e27

  • studio_co2_sensor

Warum: Wenn du 20–50 ESPs hast, findest du sonst später nichts mehr wieder.


Schritt 2: Trenne “Test” und “Produktiv”

Workflow-Empfehlung:

  1. Starte ohne Gehäuse (Testaufbau).

  2. Teste Sensor/Projekt, bis es stabil läuft.

  3. Erst dann: ins Gehäuse bauen.

  4. Für “produktive” Geräte idealerweise ein sauber neu angelegtes Projekt/Device mit finalem Namen.

Ziel: In der Produktivphase musst du nicht mehr “am Namen rumschrauben”.


Schritt 3: Verstehe die 2–3 Ebenen von Namen (wichtig!)

Im Video werden mehrere Ebenen gezeigt:

  1. ESPHome “name” / Hostname (mDNS)

  • Das ist der technische Name, aus dem z. B. mDNS/Hostname abgeleitet wird.

  • Muss im Netzwerk eindeutig sein.

  • Empfehlung: Nicht ständig ändern, schon gar nicht im Betrieb.

  1. Friendly Name

  • Das ist die “schöne” Bezeichnung fürs UI.

  • Den kannst du relativ entspannt anpassen.

  1. (Optional) Home Assistant Umbenennung

  • In Home Assistant kannst du Gerät/Entitäten zusätzlich umbenennen.

  • Kann aber zu zusätzlicher Verwirrung führen, wenn du nicht konsequent bleibst.


Schritt 4: Nutze Namensregeln konsequent (ESPHome-konform)

  • nur Kleinbuchstaben

  • keine Sonderzeichen

  • am besten nur a-z, 0-9, _ oder -

  • Umlaute vermeiden → ä/ö/ü als ae/oe/ue

Im Video sieht man: ESPHome macht daraus automatisch einen YAML-tauglichen Namen (z. B. studio-co2-sensor).


Schritt 5: Friendly Name sauber setzen (einfacher Weg)

Wenn du nur Klarheit im UI willst:

  1. ESPHome Gerät öffnen → Edit

  2. Friendly Name anpassen (z. B. „Studio Präsenzmelder Pro 2“)

  3. Speichern

  4. OTA/Wireless Install/Update ausführen

Ergebnis: UI zeigt den neuen Friendly Name, ohne dass du das Gerät “neu verheiratest”.


Schritt 6: Geräte physisch labeln 

  1. Nimm ein Stück Klebeband

  2. Kleb es aufs Gehäuse/Board

  3. Beschrifte es mit deinem vergebenen Namen

Warum: Du hast sonst irgendwann 10 identische ESPs auf dem Tisch und keine Ahnung, welcher welcher ist.


Schritt 7: Entitätsnamen aufräumen (wenn du viele Sensoren hast)

Im Video: ESPHome nutzt (neuere Logik) oft eine Kombination aus Gerätename + Sensorname.

Empfehlung:

  • Wenn du im YAML/Entity-Namen nochmal “pro_01” etc. dranhängst, kann das doppelt/unübersichtlich werden.

  • Optional: Zusätze entfernen, damit Entitäten sauber automatisch zusammengesetzt werden.

Pragmatisch:

  • Kleine Setups: kann drin bleiben.

  • Große Setups: eher raus, damit’s skaliert.


Notfall: Harte Umbenennung (ESPHome-Name/Hostname) nur im Notfall

Wenn dich stört, dass das Gerät im Hintergrund noch den alten technischen Namen hat:

Wichtiges Prinzip aus dem Video:

  • Änderst du den ESPHome “name” / Hostname, ist das für ESPHome + Home Assistant oft ein neues Gerät.

Konsequenzen:

  • Integration/Device muss ggf. neu hinzugefügt werden

  • Entitäten können “nicht verfügbar” sein

  • Automationen/Dashboards müssen ggf. angepasst werden

  • OTA kann wegfallen → USB/physisch flashen nötig


8.1 Vorgehen für harte Umbenennung (Notfall-Prozess)

  1. Projekt/YAML sichern (kopieren in Texteditor ohne “Word-Formatierung”)

  2. In ESPHome den richtigen Hostname/Name nach Schema setzen (z. B. studio_praesenzmelder_pro_02)

  3. Es taucht ggf. ein zweites Device auf → das alte wird obsolet

  4. Altes Device löschen

  5. Neues Device ggf. per USB flashen (weil OTA nach Hostname-Wechsel zicken kann)

  6. In Home Assistant:

    • Gerät neu hinzufügen / neu konfigurieren

    • ggf. Encryption Key übernehmen/eintragen

  7. Danach prüfen:

    • Entitäten da?

    • Automationen/Dashboards reparieren, falls nötig


Wenn du das ESP-Board tauschst

  • Tipp: Gleichen Boardtyp verwenden (z. B. gleicher ESP32-Typ).

  • Hintergrund: Es hängt nicht nur am Namen, sondern auch an der MAC-Adresse.

  • Typischer Ablauf:

    1. Gleiche ESPHome-Konfiguration verwenden

    2. Neu flashen (manual download / install)

    3. Altes Gerät ggf. aus HA/ESPHome entfernen

    4. Neues Gerät hinzufügen oder neu konfigurieren (IP/Key etc.)


Praxis-Tipps 

  • Namen erst final machen, dann produktiv nehmen: Für Tests ist “quick & dirty” ok – aber produktiv braucht Ordnung.

  • Friendly Name ≠ Hostname: Friendly Name kannst du ändern, Hostname am besten nicht.

  • Immer labeln: Klebeband kostet 2 Cent, spart dir später 2 Stunden.

  • Nummerierung hilft extrem: “Pro 01, Pro 02 …” ist langweilig, aber Gold wert.

  • Umlaute vermeiden: Schreib praesenz statt präsenz im technischen Namen (spart Stress).

  • Harte Umbenennung = Migrationsprojekt: Rechne mit Nacharbeit an Automationen/Dashboards.

  • Vorher Backup vom YAML: Einmal copy/paste in Notepad/Editor, bevor du irgendwas “groß” änderst.

  • Board-Tausch nicht parallel online: Altes und neues Gerät gleichzeitig im Netz mit ähnlichen Daten → Chaos.


Fazit

Wenn du mehr als ein paar ESPHome-Geräte betreibst, ist eine konsequente Nomenklatur keine “Schönheitssache”, sondern Wartbarkeit. Der wichtigste Punkt aus dem Video: Den technischen ESPHome-Namen (Hostname/mDNS) am besten von Anfang an richtig wählen und später nicht mehr anfassen. Friendly Names und Labels bringen dir die Übersicht, ohne dass du dir durch harte Umbenennungen unnötig Integrationen, Entitäten, Automationen und Dashboards kaputt machst.