Jetzt wird’s spannend: Wir haben Strom am Start – aber wir wollen regeln. In diesem Kapitel baust du den Kern deiner LED-Steuerung: ESP32 → PWM → MOSFET → LED-Streifen. Am Ende hast du den ersten Code in ESPHome drin und verstehst, warum genau das Setup so funktioniert.
Warum ESP32 (statt ESP8266):
bessere/mehr PWM-Kanäle → perfekt für WW + CW (2 Kanäle)
sauberere Steuerung bei LED-Projekten
Wie Dimmen technisch wirklich funktioniert (PWM):
LEDs werden nicht „mit weniger Volt“ gedimmt, sondern über schnelles Ein/Aus
PWM = Pulsweitenmodulation:
viel „an“ → hell
wenig „an“ → dunkel
Frequenz ist entscheidend:
zu niedrig → Kamera-Flackern / sichtbares Flimmern
zu hoch → MOSFET kann warm werden / ineffizient (je nach Hardware)
Startwert im Kurs: 2 kHz (guter Kompromiss)
MOSFET-Grundlagen (Gate/Drain/Source):
MOSFET = elektronischer „Power-Schalter“
Gate = Steuer-Eingang (ESP32 schickt PWM)
Drain/Source = da fließt der „dicke“ LED-Strom
wichtig: MOSFET muss bei 3,3V am Gate wirklich sauber schalten (Logic-Level!)
Warum nicht jedes MOSFET-Board taugt
manche MOSFETs öffnen bei 3,3V nicht richtig → Wärme, weniger Licht, stressiges Dimmen
deshalb nutzt du ein Board, das in der Praxis bei ESP32 gut funktioniert (Hobby-tauglich & zuverlässig)
Step-Down (Buck Converter) für die ESP32 Versorgung
aus 24V machst du 5V (für ESP32/USB/5V-Pin)
warum das sauberer ist als „irgendwie USB dran“
ESPHome Code-Verständnis
output: ledc = PWM-Ausgänge am ESP32
zwei Outputs (z.B. GPIO18 & GPIO19)
light: platform: cwww verbindet WW + CW zu einem Home Assistant Licht
wichtige Optionen erklärt:
constant_brightness (gleich hell über Farbtemperatur hinweg)
gamma_correct (Dimmgefühl wie Glühbirne)
default_transition_length (sanft statt hart springen)
restore_mode (Standard: nach Neustart aus)
MOSFET-Board pinnen & löten
Tipp: Board wirklich gerade ausrichten → weniger Stress beim Verkabeln
Lötstellen prüfen: keine Spalte / kein „kalt gelötet“
Step-Down Converter vorbereiten
Eingang: 24V (+/-)
Ausgang: 5V (+/-) für ESP32
Grundprinzip:
Plus (24V) wird durchgereicht zum LED-Streifen
Minus wird geschaltet (über MOSFET)
Ganz wichtig:
Alle Teile brauchen das gleiche GND-Niveau:
Netzteil-GND ↔ MOSFET-GND ↔ ESP32-GND
neues Device in ESPHome anlegen
output: ledc für PWM verwenden
GPIOs setzen:
WW = GPIO18 (Beispiel)
CW = GPIO19 (Beispiel)
Frequenz auf Startwert: 2000 Hz
light: cwww anlegen, damit Home Assistant nur eine Lampe sieht
Ursache: PWM-Frequenz ungünstig
Fix: Frequenz testen (z.B. 1kHz / 2kHz / 4kHz)
Ursache: MOSFET nicht „logic-level“ oder zu dünnes Board bei viel Strom
Fix: geeignetes MOSFET-Board verwenden + Leiterbahnen/Klemmen checken
Ursache: Netzteil knapp dimensioniert oder Step-Down instabil / GND unsauber
Fix:
Netzteil mit Reserve
Step-Down ordentlich verdrahten
gemeinsame Masse sauber herstellen
Ursache: CW/WW an falschem Ausgang
Fix: Ausgänge tauschen oder im YAML tauschen (ist kein Drama)
Step-Down Ausgang wirklich 5V? (kurz messen)
GND überall verbunden?
LED-Streifen: +24V auf V+ und WW-/CW- auf MOSFET-Ausgänge?
Keine offenen Litzen / Kurzschlussrisiko?
MOSFET-Board: Lötstellen sauber?
ESP32 läuft und ist in ESPHome sichtbar
PWM-Outputs sind definiert
Home Assistant hat ein Licht „WW/CW“ (oder ist kurz davor)
Hardware ist soweit vorbereitet, dass wir im nächsten Kapitel final verdrahten + testen können
Im nächsten Kapitel verkabeln wir alles final, testen Warm/Kalt, und optimieren:
PWM-Frequenz (flackerfrei)
Farbtemperaturbereich (3000K–6000K)
„sanfte Übergänge“ und sauberes Dimmgefühl